Ausstellungsansicht Jungle was Yesterday, im Prima Kunst Container, 2009

Installation
Material: Affenskelett, Transportkiste, Polysterol verspiegelt
Maße: länge 80cm, breite 38cm, höhe 140cm

Ausstellungsansicht Jungle was Yesterday, im Prima Kunst Container, 2009

Installation
Material: Affenskelett, Transportkiste, Polysterol verspiegelt
Maße: länge 80cm, breite 38cm, höhe 140cm

Die Frage nach dem Ursprung der Form führt in den Arbeiten von Katinka Theis zu einer Untersuchung der ideellen Ausprägung räumlicher Zusammenhänge. Unter welchem natürlichen oder kulturellen Einfluss ist eine Form entstanden und wie wandelt sich ihr ideeller Hintergrund in der Zeit? Die Betrachtungsweise kann sich auf eine urbane Form ebenso beziehen wie auf einen Gegenstand des Alltags. So ist aus der Transportkiste eines Affenskeletts die Installation Jungle was Yesterday entstanden, die dem Betrachter ein komplexes Spiel möglicher Entwicklungsprozesse vor Augen führt.
Fixiert von den leeren Augenhöhlen des Affenskeletts sieht der Betrachter sein verzerrtes Spiegelbild in der ehemaligen Behausung des Affen, die jetzt, gleich einer modernen Architektur, mit einer polygonal gebrochenen Spiegelfläche ausgekleidet ist. Nicht nur Betrachter und Affe stehen sich hier gegenüber, auch die naturalen Formen des Skeletts und die plastische Ausformung der Kiste lassen einen Entwicklungsablauf vermuten, der die Reihenfolge der Entstehung offen lässt.

Kieler Nachrichten
Sonnabend, 21. November 2009
Nr.272

Die Transferleistung in der Transportkiste

Kiel- Wer derzeit bei Prima Kunst vorbeischaut, könnte sich beobachtet fühlen. Aus leeren Augenhöhlen starrt ein Affe in Richtung Containereingang. Zwar ist das Tier schon lange tot, doch von seinem Skelett, das wie zum Sprung bereit auf einer Transportkiste hockt, geht eine seltsam lebendige Wirkung aus. Mittig im Container positioniert, kann man um das Skelett herumgehen und, hinter ihm stehend, die Blickrichtung des gaffenden Affen einnehmen. „Vorsicht! Affenskelett“, steht auf dem Deckel der Kiste, der wie zufällig an der Wand lehnt- eine Warnung, die den Eindruck des Untoten noch unterstreicht. Ganz so, als wäre es ausgebüchst, sitzt dieses Skelett auf seinem hölzernen Gefängnis, das eine polygonal gebrochene Spiegelfläche beherbergt. Der Betrachter kann darin sein verzerrtes Spiegelbild entdecken- gefangen in der Transportbox. Jungle was Yesterday nennt Katinka Theis ihre so hintersinnige wie komplexe Arbeit, die sie eigens für den Container konzipiert hat. „Ich habe eine Transportkiste in eine Transportkiste gestellt“, so die in Freiburg geborene Künstlerin, die mit ihrer Installation Polaritäten herstellen will- zwischen Alt und Neu, zwischen naturalen und modernistischen neuen Formen, sowie zwischen Raum und Zeit- eine Polarität, die sich auch im Titel wiederfindet. „Das ist in gewisser Weise eine Entsprechung zu der ursprünglichen Funktion des Containers, der sich auch zwischen Zeitlichem und Räumlichen bewegt.“ Katinka Theis studierte in Bonn Bildhauerei, danach Raumstrategien in Berlin Weissensee. „Dort habe ich mich viel mit Raumtheorie und Kunst im öffentlichen Raum beschäftigt.“ Und weil sie ein Faible für umfunktionierte Räume hat, findet sie die Idee, einen Container für die Präsentation von aktueller Kunst zu nutzen , „einfach toll“. Ihre Arbeit ist es auch- spätestens auf den zweiten Blick. sth