Die Arbeit LOSGELÖSTE RAUMSTRUKTUR ist eine Manifestation formaler Erinnerungen. Durch eine Vielzahl urbaner Eindrücke entstanden, thematisiert die Installation das Phänomen schnell gebauter Megaprojekte, welche an historische Kultbauten erinnern, deren Dimensionen jedoch weder dem zeitlichen noch dem spirituellen Wert alter Kultstätten standhalten. Merkmale von Bauwerken, die einst aus kultisch- religiöse Motiven entstanden sind, werden heute von Megaprojekten adaptiert, deren höherer Sinn einzig aus dem Wettbewerb besteht. Die Installation greift die solitäre Stellung dieser Bauprojekte auf und schafft ein Netz aus architektonischen Elementen, die aus abgebrannten Feuerwerkskörpern aufgebaut sind, und das Bild von Ruinen großer Bauten entstehen lässt. Im Gegensatz zu den mit Verbrauchsspuren verwendeten Feuerwerkskörpern, die den Zerfall aufgebauter Türme andeuten, scheinen die horizontal ausgerichteten Sockelelemente eine wachsende Struktur zu besitzen. Trotz der Nähe zum Boden scheinen sie über dem Boden zu schweben, als Inseln, losgelöst aus einem festeren Zusammenhang. Dem Betrachter bietet sich die Vogelperspektive auf eine abstrakte Struktur, die Assoziationen an urbane Zusammenhänge wie auch an natürliche Prinzipien weckt. Gleich einer Erinnerung, die sich im Prozess der Veränderung befindet, scheint auch diese Raumstruktur einer Gesetzmäßigkeit zu unterliegen, welche in unterschiedlichen Ausformungen erscheinen kann.

Ausstellungsansicht LOSGELÖSTE RAUMSTRUKTUR in der Boutique, Köln, 2012

Installation

abgebrannte Feuerwerkskörper, Panzerkarton, Holz lackiert
Maße variabel, zentrales Element: höhe 100 cm, länge 140 cm, breite 130 cm