CAPTURING MÜNNERSTADT, 2008

Realisiert im Rahmen des Bildhauersymposions der Stadt Münnerstadt

Schattenwurf
schwarze Fassadenfarbe auf Asphalt
Maße: 7m x 20m

Interviews
Video, 27Min., Loop

In Zusammenarbeit mit Regina Weiss

Die Arbeit Capturing Münnerstadt entstand anlässlich einer Einladung in die Kleinstadt Münnerstadt (Bay.). Als Ausgangspunkt der ortsbezogenen Intervention diente das Bild eines 1945 von den Amerikanern gesprengten und nicht wieder aufgebauten Stadttors an einer der Hauptverkehrsachsen der Stadt. Während der einwöchigen Aktion wurde die Straße für den Autoverkehr gesperrt und der Schattenwurf des nicht mehr vorhandenen Stadttors mit deckender Fassadenfarbe im Maßstab 1:1 auf die Ortseinfahrt übertragen. Durch die Straßensperrung entstand ein ungewöhnlicher Ort des Austausches. Angeregt durch das Schattenbild der ehemaligen Stadtbefestigung entwickelten sich Gespräche über Erinnerungen an das Ende des 2. Weltkrieges in der Stadt, die in einem 20-minütigen Videofilm dokumentiert wurden.
Die temporäre Intervention Capturing Münnerstadt macht Vergangenes sichtbar, ohne den eigentlichen Gegenstand, das ehemalige Stadttor zu rekonstruieren. Das Schattenbild des Turmes betont gleichermaßen Verlust/Zerstörung und Veränderung des Stadtbildes. Als „Erinnerungsbild“ diente es als Anlass sich mit jüngerer Stadtgeschichte auseinander zu setzen. Angeregt durch den bildhaften Kommunikationsgegenstand des Stadttors entwickelte sich ein Austausch über das Kriegsende 1945 in Münnerstadt; Über persönlichen und kollektiven Umgang mit Geschichte und deren sichtbare Spuren im Stadtbild.